Collage Egon Schiele Schatzkammer 2023

Die Schatzkammer

Egon Schiele. Blicke

Die Ausstellung  präsentiert zentrale Werke, die in den letzten Jahrzehnten selten in Ausstellungen zu sehen waren. Dabei spielt das Konzept bewusst mit der Mehrdeutigkeit des Titels. So zentral die Blicke Schieles auf zahlreiche Themen seines Lebens die Ausstellung ausmachen, so wichtig ist ein Umstand, der selten beleuchtet wird: Egon Schiele war ein Großmeister des dargestellten Sehens, das Porträt als die dominante Gattung seines Schaffens liefert ein Feuerwerk der Blicke. Wie kaum ein anderer Künstler hat Schiele Augen und Blicke der Dargestellten zum Merkmal der Identität seiner Modelle gemacht. Der Blick der Menschen ist voller Botschaften. Zumeist schaffen die Augen einen Dialog mit dem Betrachter, doch auch die Verweigerung der Beziehung – etwa bei der Darstellung der Mutter des Künstlers – ist nicht zufällig.

Die Ausstellung zeigt die Neuartigkeit und Frische von Schieles Blick auf unterschiedliche Themen der Moderne. Im Verstehen seiner Umwelt wird die Zeitenwende erlebbar, die Schieles Werke markieren und bis heute so aktuell machen. Neben Schieles Blick auf die Umgebende Natur und auf sich selbst ist das Verständnis der Frau in Schieles Werken neuartig. Im Zentrum stehen dabei Individualität, Selbstbewusstsein und Verletzlichkeit der Dargestellten. Akte nehmen darin einen großen Stellenwert ein. Nacktheit ist für Schiele weniger eine Entblößung des Menschen als eine Konzentration auf den Körper als etwas Normales. Immer neue Blickrichtungen, Perspektiven, Bildausschnitte, Bewegungen und formale Experimente bieten einen schier unerschöpflichen Reichtum.

Die Ausstellung verbindet die Präsentation Kunstwerke mit Erkenntnissen, die im Museum durch das Forschungslabor des erstem Stockes weitergeführt werden. Neben den Erlebnissen von Alessandra Comini wird ab dem Jahr 2023 auch die Lebensleistung der Familie Leopold durch Gespräche mit Elisabeth Leopold und ihrem Sohn Diethard Leopold im Museum vertreten sein. Zusammen wird die Geschichte von Adele Harms aus mehreren Perspektiven erzählt, den Auftakt macht ein wunderbares Porträt aus Privatbesitz, dass in den vergangenen 50 Jahren nur einmal in einer Ausstellung zu sehen war und ein Hauptwerk der Schatzkammer sein wir

Empfohlene Besuchszeit: 15 Minuten


Bild: (c) Detail, Egon Schiele: Schieles Schwägerin mit verschränkten Händen, halbe Figur (1917), Privatbesitz

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