Die Familie von Egon Schiele zog 1904 von Tulln nach Klosterneuburg. Egons Vater verbrachte hier – schwer gezeichnet von seiner Syphiliserkrankung – seine letzten Lebensmonate. Der Tod des Vaters trifft Egon gerade einmal 14-jährig, mit voller Wucht. Ein Leben lang wird der Künstler diesem Verlust nachtrauern. Immer wieder sucht Schiele Orte auf, die ihn an den Vater erinnern.

Egon Schiele besuchte in Klosterneuburg das Realgymnasium. Die Schulakten dort zeugen von einer desaströsen Schulkarriere. Nur der Lehrer, Professor Ludwig Karl Strauch, ein angesehener Maler, der an der Schule Freihandzeichnen unterrichtete, erkannte sein Talent und unterstützte ihn. Er gab ihm Privatstunden bei sich zuhause, ließ ihn neben sich auf einer Staffelei malen.

Die Forscherin Alessandra Comini machte 1963 auch in Klosterneuburg Station bei ihren Recherchen über Egon Schiele. Dabei besichtigte sie seine Schule. Zudem besuchte sie die Witwe des schon verstorbenen Professor Strauch.